Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.)




23.09.2020

A.R.T. beschließt Gebührensätze 2021

Im Schnitt 2,40 Euro mehr im Jahr

Im Rahmen der Verbandsversammlung wurde eine Anpassung der Abfallgebühren beschlossen.
Die Änderungen treten ab dem 01.01.2021 in Kraft.
Durchschnittlich werden die jährlichen Gebühren je nach Landkreis zwischen 0,87 und 4,41 ¤ pro Person angepasst.

Die Kosten der Müllabfuhr

Über fast 20 Jahre hat der A.R.T. trotz stetig steigender Entsorgungskosten für Restabfall und die gesetzlich geforderte Getrenntsammlung von Bioabfällen die Gebühren im "alten" Verbandsgebiet Trier und Trier-Saarburg konstant gehalten. Die Mehrkosten wurden durch den Abbau finanzieller Reserven, durch Effizienzsteigerungen und Einsparungen ausgeglichen. Doch bereits 2019 war klar, dass diese Reserven aufgebraucht und eine Korrektur der Gebühren nicht mehr zu vermeiden ist. Dies trifft nicht nur auf den "Alt-A.R.T." zu, sondern auf das gesamte Verbandsgebiet, welches seit 2016 auch die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifel umfasst.

"Die Kosten der Entsorgung von Restabfall haben sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt." erklärt die A.R.T. Sprecherin Kirsten Kielholtz. "Gleichzeitig sinken die Einnahmen aus der Vermarktung von Altpapier und anderen Wertstoffen seit einiger Zeit stetig und befinden sich aktuell auf einem absoluten Tiefpunkt. Bei Papier und Eisen legt der Zweckband mittlerweile zu."

Bankguthaben bringen bereits seit mehreren Jahren kaum noch Zinserträge ein. Besonders deutlich wirkt sich die seit Jahren anhaltende Niedrigzinspolitik bei den langfristigen Rückstellungen für die Sanierung und Nachsorge von Altdeponien aus. Hier müssen über 30 bis 40 Jahre Kostensteigerungen berücksichtigt werden, die sich in den kommenden Jahren nicht mehr durch Zinserträge gegenfinanzieren lassen.

Um das Defizit auszugleichen, wäre in der Stadt Trier und in Trier-Saarburg schon im vergangenen Jahr eine drastische Anpassung der Gebühren notwendig gewesen. Damals haben sich sowohl der Stadtrat Trier als auch der Kreistag Trier-Saarburg angesichts der Systemumstellungen und noch vorhandener Finanzreserven dazu entschieden, die Erhöhung in mehreren Schritten vorzunehmen.  Der zweite Schritt – die neuen Gebührensätze ab 2021 – wurde nun beschlossen.

Obwohl die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifel ihr Gebührenaufkommen an die Entwicklungen der vergangenen Jahre teilweise angepasst hatten, wird es auch dort zum Jahreswechsel Korrekturen geben. Der Kreistag Vulkaneifel hat den erforderlichen Anpassungen bereits Ende August zugestimmt.

Auch der im Rahmen der Verbandsversammlung vorgestellte Jahresabschluss 2019 spricht eine deutliche Sprache. Er weist einen Verlust von 9,7 Millionen Euro für den Zweckverband aus. Davon ist ein wesentlicher Teil dem geschuldet, dass wie erwartet die Gebühreneinnahmen in Trier und Trier-Saarburg nicht ausreichen.

"Ohne unseren Einspareffekt aus der Nachsortieranlage, die wir 2020 mit einem Investitionsvolumen von 20 Mio. ¤ in Betrieb nehmen konnten, wäre unser Gebührenbedarf noch viel höher" erläutert der technische Leiter des A.R.T., Sebastian Lorig. Die Nachsortieranlage ermöglicht das Heraussortieren von Wertstoffen, die bisher nach der Trocknung in einer Verbrennungsanlage gelandet wären. So wird der A.R.T. die Beseitigung von Hausmüll möglichst wirtschaftlich und gleichzeitig ökologisch anspruchsvoll gestalten.

 

Abfallgebühren 2021 – 2,40 ¤ mehr im Jahr

Bisher lagen die durchschnittlichen Gebühren pro Person pro Jahr zwischen 16,79 und 28,60 Euro für die regelmäßige Leerung eines 120-Liter-Restabfallbehälters. In diesen Gebühren sind außerdem die Abholung von Altpapier, die Nutzung der Sammelcontainer für Biogut und zahlreiche weitere Serviceleistungen enthalten. Künftig steigen diese Kosten um durchschnittlich 2,40 Euro pro Person pro Jahr. In Trier und Trier Saarburg ist der jährliche Mehraufwand – für einen 120 Liter Abfallbehälter - mit 4,41 ¤ pro Person am höchsten, in Bitburg-Prüm beträgt der Unterschied lediglich 0,87 ¤. Aufgrund der getrennten Gebührenhaushalte und der unterschiedlichen Finanzkraft der einzelnen Gebührenhaushalte fallen die Anpassungen unterschiedlich hoch aus.

 

Trier & Trier-Saarburg

Jahresgrundgebühr

 

2020

2021

80 Liter Abfallbehälter (-4 Pers.)

78,44 ¤

101,27 ¤

120 Liter Abfallbehälter (5-6 Pers.)

100,75 ¤

127,20 ¤

240 Liter Abfallbehälter (7-12 Pers.)

182,24 ¤

232,16 ¤

 

Bernkastel-Wittlich

Jahresgrundgebühr

 

2020

2021

80 Liter Abfallbehälter (-4 Pers.)

124,67 ¤

131,66 ¤

120 Liter Abfallbehälter (5-6 Pers.)

171,58 ¤

180,55 ¤

240 Liter Abfallbehälter (7-12 Pers.)

290,06 ¤

306,88 ¤

 

Bitburg-Prüm

Jahresgrundgebühr

 

2020

2021

80 Liter Abfallbehälter (-4 Pers.)

81,56 ¤

85,43 ¤

120 Liter Abfallbehälter (5-6 Pers.)

107,02 ¤

112,25 ¤

240 Liter Abfallbehälter (7-12 Pers.)

133,72 ¤

140,01 ¤

 

Vulkaneifel

Jahresgrundgebühr

 

2020

2021

80 Liter Abfallbehälter (-4 Pers.)

110,44 ¤

121,29 ¤

120 Liter Abfallbehälter (5-6 Pers.)

148,80 ¤

165,81 ¤

240 Liter Abfallbehälter (7-12 Pers.)

245,13 ¤

273,89 ¤

 

"Selbstverständlich sind wir als öffentlich-rechtlicher Entsorger unverändert bestrebt, unsere Leistungen möglichst günstig anzubieten. Wir nutzen modernste Technik um den Anteil der Abfälle, die verwertet werden können, möglichst hoch zu halten. So können Wertstoffe gerettet und Kosten für die Entsorgung eingespart werden." erklärt Kielholtz. "Da wir als Zweckverband keine Gewinnabsicht verfolgen, sondern im Sinne des Kommunalabgabenrechts kostendeckend arbeiten, ist eine entsprechende Kalkulation auch die Basis der künftigen Abfallgebühren."

Um den Kostensteigerungen entgegenzuwirken und künftig mit den Gebühreneinnahmen die Kosten der Entsorgung decken zu können, hat die Verbandsversammlung des A.R.T. bereits 2017 beschlossen, in der Restmüllabfuhr neue Wege zu gehen. Das Identsystem wurde im gesamten Verbandsgebiet eingeführt und zeigt bereits Wirkung. Die Restabfallmengen sinken, Abfälle werden besser getrennt und können so besser in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. "Durch die erfolgte Reduzierung der Restabfallmengen um durchschnittlich 20% können wir erheblich Kosten einsparen. Die immer stärkere Nutzung der Biotüte als kostengünstige Entsorgungsmöglichkeit für Bioabfälle trägt hierzu ebenfalls bei. Dies schlägt sich in den neuen Gebühren positiv nieder." so Kielholtz.

 

Genutzte Leerungen in der App einsehen

Um das Identsystem noch transparenter und übersichtlicher zu gestalten, besteht ab sofort in der App und auf der Webseite des A.R.T. die Möglichkeit, die bereits genutzten Leerungstermine einzusehen. Da ab der 14. Leerung eine Leistungsgebühr je zusätzlich beanspruchter Leerung anfällt, ist dieser neue Service eine wichtige Möglichkeit, um jederzeit den Überblick über die bereits beanspruchten Leerungen zu behalten. Bislang konnte diese Information telefonisch oder per E-Mail erfragt werden. Damit die Abfrage künftig unkompliziert und jederzeit möglich ist, sind die Daten unter www.art-trier.de/leerungsdaten einsehbar. Auch in der A.R.T. App steht diese Funktion im Menüpunkt „Service“ zur Verfügung.

Die notwendigen Zugangsdaten – Objekt- und Kundennummer – sind im Gebührenbescheid zu finden, der den Eigentümern vorliegt. Wer als Mieter Informationen zu seinen Leerungsdaten möchte, kann sich hierzu mit seinem Vermieter bzw. seiner Hausverwaltung in Verbindung setzen.



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