Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.)




22.07.2020

Die Zukunft der Bioabfälle in der Region

Hintergründe und aktuelle Entwicklungen

Die Zukunft des Bioabfalls in der Region

Mittlerweile gehört der regelmäßige Gang zum Biogutcontainer für viele Menschen in der Region zum Alltag. Bioabfälle werden zu Hause gesammelt und können flexibel an zentralen Sammelstellen entsorgt werden. Im Januar 2018 hat der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) das System „Biotüte“ zur Erfassung von Speise- und Küchenabfällen eingeführt.

 

Hintergrund

Im Jahr 2015 wurde die gesetzliche Pflicht zur Getrennterfassung von Bioabfällen beschlossen. Die sich abzeichnende flächendeckende Einführung einer Biotonne stieß bei den Menschen im Verbandsgebiet auf großen Widerstand. Aufgrund dieser Entwicklungen hat der A.R.T. mit der zuständigen Aufsichtsbehörde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord einen Vergleich ausgehandelt. Dieser sah lediglich die Aufstellung zentraler Sammelbehälter für Speise- und Küchenabfälle an den 86 Grüngutsammelstellen im Verbandsgebiet vor. Das System wurde seit seiner Einführung stetig ausgeweitet und an die Bedürfnisse der Menschen angepasst, so dass die Sammelmengen an Küchen- und Speiseabfällen mittlerweile mit denen einer Biotonne vergleichbar sind.
Um eine objektive Beurteilung des Systems zu gewährleisten, haben sich A.R.T. und SGD darauf verständigt, das Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH mit der wissenschaftlichen Begleitung der Systemeinführung zu beauftragen. Das Institut liefert durch sein Monitoring unabhängige Zahlen zu den Erfassungsmengen und der Qualität des erfassten Materials.

 

Qualität erhält Bestnoten

Im Bericht des Instituts vom 30.06.2020 werden die Ergebnisse einer repräsentativen Analyse der Bioabfälle aus den Sammelcontainern vorgestellt. Das Ergebnis fällt äußerst positiv aus. Der Fremdstoffanteil – also Material, welches nicht in die Sammelcontainer gehört - lag bei nur etwa 1%. Der größte Anteil an Fremdstoffen entfällt hierbei auf verpackte Lebensmittel, gefolgt von Plastiktüten, Glas und Metallen. Schadstoffhaltige Abfälle wie beispielsweise Batterien oder Elektroaltgeräte wurden in keiner der Proben festgestellt. Die Fortführung der Analysen wurde durch den A.R.T. bereits beauftragt.

 

Dank an die Kunden

„Wir freuen uns sehr über dieses Ergebnis. Die Zahlen bestätigen unsere Annahme, dass das System von den Nutzern akzeptiert und im Sinne der Trennung von Abfällen verantwortungsvoll genutzt wird.“ bestätigt Kirsten Kielholtz, Pressesprecherin des A.R.T.

 

Während die Erfassungsmengen in den ersten beiden Jahren noch eher gering waren, sind diese seit der Einführung des Identsystems für Restabfall Anfang 2020 stark angestiegen. Im bundesweiten Vergleich von Bringsystemen liegen die Bioabfall-Sammelmengen des A.R.T. im oberen Drittel. Bei den Erfassungsmengen von Grünschnitt ist der A.R.T. mit etwa 100.000 Jahrestonnen (ca. 188 kg pro Einwohner des Verbandsgebiets) unter den bundesweiten Spitzenreitern.

 

Überwiegend erreichen den A.R.T. positive Rückmeldungen zum System der Biotüte. „Die meisten Bürgerinnen und Bürger nehmen das System an und geben uns Rückmeldung, dass sie das System gerne und umfänglich nutzen“, so Kielholtz, die allerdings auch hinzufügt, „wir erhalten auch vereinzelt Meldungen, dass es an den Containerstandorten zu Verschmutzungen und illegalen Ablagerungen kommt.“ Gerade in den warmen Sommermonaten sei mit Madenbildung zu rechnen. „Dieser Problematik sind wir uns durchaus bewusst. Um bei warmen Temperaturen Abhilfe zu schaffen, leeren und reinigen wir die Biogutcontainer bis Oktober wöchentlich.“ Allerdings liegt diese Problematik in der Natur der Bioabfälle begründet und lässt sich auch bei der haushaltnahen Biotonne kaum vermeiden.

 

Keine Präferenz seitens des A.R.T.

Der Zweckverband weist an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hin, dass er keine Präferenz für ein Hol- oder Bringsystem hat. „Wenn uns die politischen Gremien – wie in der Vulkaneifel geschehen – mit einer erneuten Systemumstellung beauftragen, werden wir diese schnellstmöglich umsetzen.“ versichert Kielholtz. Der Landkreis Vulkaneifel hatte im Juni beschlossen, das Bringsystem um das Zusatzangebot einer Biotonne am Haus zu ergänzen.

Bei der Ausgestaltung des neuen Systems spielen die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle. Die Getrennterfassung von Bioabfall ist eine sich aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ergebende Pflicht. Es muss in jedem Fall ein System zur Getrennterfassung zur Verfügung gestellt werden. Eine Eigenkompostierung in bisheriger Art und Güte wird nach Aussage des Umweltministeriums nicht als vollwertiger Ersatz für die Teilnahme am Bringsystem (Biotüte) oder der Aufstellung einer eigenen Biotonne in jedem Haushalt anerkannt und wäre an sehr hohe Auflagen geknüpft. Dies begründet sich zum einen dadurch, dass nicht alle anfallenden Abfälle auch für die private Kompostierung geeignet sind, zum anderen durch den Umstand, dass nicht alle Haushalte über die notwendige Fläche verfügen, um den Kompost auch ausbringen zu können.

 

Weitere Entwicklung

Im Juni 2020 hat die SGD Nord die Diskussion über die Gleichwertigkeit des Erfassungssystems im Verbandsgebiet des A.R.T. wieder aufgegriffen. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass das Umweltministerium Rheinland-Pfalz wiederholt deutlich gemacht hat, dass es ein Bringsystem für Bioabfälle kritisch betrachtet und der flächendeckenden Einführung einer haushaltsnahen Biotonne den Vorrang einräumt. Der A.R.T. bekräftigt hierzu seine Rechtsauffassung und verweist - neben der hohen Qualität der eingesammelten biogenen Abfälle und der Tatsache, dass nach Feststellung des Gutachters die Menge der eingesammelten  Bioabfälle dem entspricht, was andernorts mit einer Biotonne eingesammelt wird -  auf die weitere Tatsache, dass das System des A.R.T. für die Bürgerinnen und Bürger die wirtschaftlichste Variante darstellt.



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