Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.)




25.09.2018

Verbandsversammlung A.R.T.

Die Abfallentsorgung in der Region bekommt die Schulnote sehr gut, aber nicht überall

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) hat im Rahmen seines Qualitätsmanagements im August seine Kunden befragt – und am 24. September 2018 in der Sitzung der Verbandsversammlung die Ergebnisse präsentiert.

Am Ende stehen zwei wichtige Erkenntnisse: In den seit 2016 zum Zweckverband gehörenden Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel sind die Kunden zwar sehr zufrieden, aber noch nicht so zufrieden, wie es die Menschen im „alten“ Entsorgungsgebiet der Stadt Trier und in Trier-Saarburg sind. Dies ist nach den Gebührenerhöhungen, die der A.R.T. im wahrsten Sinne des Wortes als Altlast übernehmen musste, durchaus erklärbar.

Aber in einem Punkt ist man sich einig: Die Gelbe Tonne als Ersatz für die Gelben Säcke ist für die Mehrheit der Befragten keine Alternative.

Auch die im Anschluss präsentierten positiven Zahlen des Jahresabschlusses 2017 stimmen die Mitglieder der Verbandsversammlung überaus zufrieden.

Der Norden ist unzufriedener als der Süden

Fast drei Jahre sind seit dem Zusammenschluss der Landkreise im Zweckverband vergangen. Doch die aktuellen Befragungsergebnisse machen deutlich, dass in den nördlichen Landkreisen viele noch nicht über die neuen Möglichkeiten informiert sind. Mehr als die Hälfte der Befragten in den Landkreisen rund um Bitburg, Wittlich und Daun halten den Zweckverband für ein privates Entsorgungsunternehmen. In der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg wissen fast zwei Drittel der Befragten, dass der A.R.T. ein nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen organisierter, öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger ist.

So liegt nur die Bewertung der Serviceleistungen in der Vulkaneifel mit 2,1 und im Landkreis Bernkastel-Wittlich mit 2,0 deutlich unter dem Wert der Stadt Trier. Dort erreicht der A.R.T. einen Wert von 1,6, in Trier Saarburg 1,7. Die Bewohner des Eifelkreises Bitburg-Prüm geben den Leistungen des A.R.T. die Gesamtnote 1,8 und vertreten somit den Durchschnittswert aller Landkreise.

„Wir sind mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden.“ so Verbandsdirektor Dr. Monzel. „Es zeigt uns, dass wir die Unterschiede in den Leistungsangeboten, die wir bei dem Zusammenschluss vorgefunden haben schrittweise auf einem guten Niveau harmonisieren und vor allem Aufklärungsarbeit leisten müssen, um den Menschen zu zeigen, wer wir wirklich sind und dass die Menschen und Unternehmen in der Region mit dem A.R.T. einen fairen und verlässlichen Partner in der Abfallwirtschaft haben, der sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt.“

Die Zukunft der Verpackungsabfälle

Neben der Kundenzufriedenheit in eigener Sache hat der A.R.T. auch die Gelegenheit genutzt, um Erkenntnisse über die Sammlung der Verpackungsabfälle zu erhalten. Hier sind die Dualen Systeme Deutschlands zwar komplett von der Einsammlung bis zur Verwertung verantwortlich, allerdings wird der A.R.T. immer wieder mit Fragen rund um den Gelben Sack konfrontiert. Ein entscheidender Punkt war bei der Umfrage: Gelber Sack oder Gelbe Tonne?

Die Vorteile der Gelben Tonne sehen die Befragten vor allem im ländlichen Raum im Schutz vor Tieren und in der Stabilität der Tonne. Das Behältnis ist gleichzeitig auch der mit Abstand größte Kritikpunkt am Dualen System. 91,9% der Befragten geben an, dass sie aufgrund der Qualität der Säcke mit dem System unzufrieden sind. Trotzdem zeigt das Ergebnis der Befragung, dass in der Stadt Trier zwei Drittel der Befragten die Säcke einer Tonne vorziehen. Nur in der Vulkaneifel und in sehr kleinen Orten spricht sich mehr als die Hälfte der Befragten für die Gelbe Tonne aus. In den anderen Landkreisen befürworten zwischen 55% und 70% der Befragten den Gelben Sack.

„Die Meinung unserer Kunden ist uns wichtig.“ sagt Max Monzel. „Die Wünsche werden wir in die anstehenden Verhandlungen mit dem Dualen System einfließen lassen.“ Die Wirkung dieser Vertragsverhandlungen liegt aber noch in weiter Ferne. Eine neue Systemfestlegung für den Gelben Sack kann frühestens ab Januar 2021 vereinbart werden.

Jahresabschluss 2017 – mal mehr mal weniger

Der Verbandsversammlung wurde auch der Jahresabschluss für das vergangene Jahr vorgestellt. Dieser zeigte für den Gesamtbetrieb einen Gewinn von 3 Mio. ¤. Bei genauerer Betrachtung gibt es aber deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Verbandsmitgliedern. So hat beispielsweise der Landkreis Eifelkreis einen Verlust von rund 1,2 Mio. ¤ erzielt, während die Landkreise Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel aufgrund der Gebührenerhöhungen endlich mit kleinen Überschüssen von 0,9 bzw. 0,5 Mio. ¤ aufwarten konnten. Die „alten“ Verbandsmitglieder Stadt Trier und Landkreis Trier-Saarburg erzielten einen Gewinn von 2,9 Mio. ¤. Ohne die Gewinnausschüttung der Tochtergesellschaft A.R.T. GmbH wären aber auch hier die Gebühren derzeit nicht kostendeckend. Kostentreiber für den A.R.T. sind vor allem die Finanzmärkte, die es nicht möglich machen, mit den Zinseinnahmen die permanenten Kostensteigerungen im Bausektor auszugleichen. Gleichzeitig sind für langfristige Deponieverpflichtungen hohe Rückstellungen zu bilden. Wenigstens lagen im Jahr 2017 die Preise für Altpapier auf einem Rekordniveau. In 2018 sind diese jedoch wieder stark gesunken. Der A.R.T. arbeitet daher intensiv an Möglichkeiten zur Kosteneinsparung. So sind bereits in den nächsten zwei Jahren zweistellige Millionenbeträge für den Ausbau der Abfallbehandlungsanlage in Mertesdorf vorgesehen, um Abfälle noch besser sortieren, verwerten und vermarkten zu können.